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1. Die Vorzeit:

Um die Jahreswende vom 18. zum 19.Jahrhundert waren es zwei Männer, Friedrich Guts Muths und Friedrich Ludwig Jahn, die allen Bevölkerungsschichten die Gymnastik und das Turnen nahe brachten. Während Guts Muths die Gymnastik und das Training des Bewegungsablaufes bevorzugte, hatte Ludwig Jahn, auf die Turniere und Ritterspiele des Mittelalters zurückgreifend, die persönliche Einzelleistung im Wettkampf in den Vordergrund gestellt. Das Motto Guts Muths, durch Gymnastikübungen und Spiele zur Erholung des Körpers und des Geistes zu gelangen, wandelte Jahn in "Turner aufzum Streite" um. Der Hintergedanke war die Wehrbarmachung des Volkes während der Befreiungskriege. Er gründete 1811 den 1.Turnplatz auf der Hasenheide in Berlin. Sein Motto führte 1819 zum Verbot allen öffentlichen Turnens weil Sport den unerwünschten Gemeinschaftssinn fördert. Die Turner folgten den Gymnasten in geschlossene Räume, wie Hallen, Säle, Theater oder Scheunen auch Kirchen. Mit den von Ernst Eiselen entwickelten Geräten, wie Reck, Barren, Pferd, Ringe und Kasten wurde jetzt der Hallensport gerboren. 1842 erlosch das Verbot wieder. Ein alter Studentengruß, Frisch, Frei, Froh, Fromm wurde 1835 der neue Wahlspruch. Aus diesen vier F's gestaltete H. Felsing 1844 das aktuelle Turnkreuz. Die innerpolitischen Wirrnisse, die Auflehnung von Arbeitergruppen, Studentenverbindungen auch Turnerschaften gegen die herrschende Schicht, führte schließlich 1848 zu einem totalen Vereinsverbot. Vereinsmitglieder wurden als Agitatoren und Aufrührer verfolgt. Schon 1849 in Berlin aber erst 1857 in Hannover wurde dieses Verbot aufgehoben und die Vereinsregister eingeführt. Auch Fallersleber Turner waren hiervon betroffen.

2. Die Gründerzeit:

Die Entwicklung des Hallensports kam den Altfallerslebenern entgegen, mit dem Saal des "Fallersleber Hofes" stand ein geschlossener Raum zur Verfügung. Die Nutzung beweist ein Gedicht von 1851, außerdem, daß schon damals ein Verein bzw eine Turngemeinde (damit wurde das Wort Verein umgangen) bestanden haben muß. Anläßlich einer Hauptversammlung ein Gedicht des Kaufmanns Daniel, Christoph Prokranz Den Vorstand jetzt zu ehren Erlaubet mir das Wort, Wer will mir das verwehren, an diesem Turnerort, Frisch möge er verwalten Sein Amt in diesem Jahr, Fromm möge sich gestalten Ihm unterthan die Schar Die Pflicht erfüll' er Fröhlich, Zur Freude jederman, Und Frei Ihr Turner wünsch' ich Treff nächstes Jahr Euch an. "Fallersleber Hof", den 02. April 1851 Dieses Gedicht läßt einige Rückschlüsse zu: Das Datum zeigt, daß die Zusammenkunft in die Vereinsverbotzeit (1848-1857) gehört. Da nicht anzunehmen ist, daß die Gründung der Turngemeinschaft in diese kritische Zeit fällt, ist es sicherlich vor 1848 gewesen. Somit kann man sagen, in Fallersleben wird schon seit 150 Jahren geturnt. Auch das Amt Fallersleben spricht in seinem Antrag vom 18.10.1861 an die Landdroßstei Lüneburg, zur Registrierung des Vereins, von einem Vorgänger, der von Agitatoren der Zeit um 1848 unterwandert war. Die Satzung sagt aus, daß der Turnrath jährlich im April auf der Hauptversammlung gewählt wird, gleich der Versammlung im zitierten Gedicht. Am 18. 0ktober 1861 wurden die neu gefaßten Gesetze des Fallersleber Männer - Turnvereins dem Amt Fallersleben zur Weiterleitung, über die Landdroßstei Lüneburg, an das königliche Ministerium des Innern zur Vereinsregistrierung, übergeben. über das Datum einer Vereinsgründung sagt diese Übergabe nichts aus, nur daß sich ein Verein gebildet hat, dieses kann auch z.B. 1835 gewesen sein. Am 28.10.1861 wurde die Registrierung durch das Innenministerium bestätigt. Somit war der Verein aktenkundig, und das Abgabedatum (18.10.1861) an Amt Fallersleben wurde als Gründungsdatum ausgewiesen. Ein Turnrath, bestehend aus fünf Mitgliedern, leitet den Verein: * Turnwart und dessen Anmann * Schriftwart und dessen Anmann * Zeugwart Der Verein will seine Mitglieder allseitig körperlich ausbilden und in ihnen eine sittlich, mannhafte Gesinnung erwecken und befestigen, sowie das Turnen nach Kräften Fördern. Durch Gemeinsame Turnübungen, Turnfahrten, Gesang und gesellige Zusammenkünfte soll dieser Zweck erreicht werden. Den Anordnungen des Turnwarts, beim Turnen, ist unbedingt Folge zu leisten er hat die hierfür notwendige Majorität. Mitglied kann jeder Unbescholtene werden, wenn er das 18. Lebensjahr erreicht hat, und den Beitrag monatlich im Voraus entrichten kann. Die Turnfeste in Berlin 1861, Leipzig 1863 wurden besucht.

3. Der MTV Fallersleben

Die Zeit von 1861 bis 1880 kann nicht eindeutig belegt werden, da keine Aufzeichnungen überliefert sind. Nach Gründung des "Deutschen Turnerbundes" 1889 trat der MTV im gleichen Jahr dem Turngau Braunschweig bei. Der Turnerbund gab einheitliche Vorschriften über die Vereinsführung heraus, die heute noch die Grundlage bilden und den heutigen Gegebenheiten angepasst sind. Jetzt gab es den * 1. und 2. Vorsitzenden * Schriftwart, Säckelwart, Zeugwart * Fourier und Fachwarte Da der MTV ein reiner Männerturnverein war, gab es hier nur den Fachwart Turnen. Wie den Protokollen zu entnehmen ist, entwickelten die Mitglieder rege Aktivitäten. Neben den zweimal wöchentlich abgehaltenen Turnabenden wurden stets Veranstaltungen der Vereine aus der näheren und weiteren Umgebung besucht oder empfangen. Die deutschen Turnfeste wurden ohne Ausnahme besucht. Der Turngau veranstaltete Weiterbildungskurse für Vorturner und die MTVer waren ständig bei diesen Lehrgängen vertreten. Neben den sportlichen kamen auch die geselligen Veranstaltungen nicht zu kurz. Weihnachts und Osterbälle sowie Sommerfeste und Maskeraden wurden jährlich durchgeführt. Nachdem auch Jugendliche ab 14 Jahren mitturnen konnten wurden diese nach Erreichen des 18.Lebensjahr in die Turnergilde rekrutiert. Der darauf folgende Rekrutenball war ein beliebter Anlaß zum Feiern. Mit der Neuordnung der Vereine 1889 wurden Stiftungsfeste eingführt, ein weiterer Grund zur Geselligkeit. Dazu wurden Gäste aus Braunschweig, Helmstedt, Vorsfelde, Rühen oder Ehmen eingeladen. Turnerische Darbietungen und Preisturnen waren Programmteil. Theateraufführungen, Liederabende oder musische Konzerte gehörten ebenfalls zum Abwechslungsprogramm, genau so wie der Besuch der anderen Fallersleber Vereine. Während 1927 die ersten Reichsjugendwettkämpfe stattfanden, organsierten die Turner letztmals ein Bezirksturnfestt, am 04.08.1929, in Fallersleben, als 40. Stiftungsfest. Ferner erinnerten nur die Besuche der deutschen Turnfeste an die Turnriege, zumal sich die Turner beschwerten, daß sich die Spielabteilungen nicht turnerisch betätigten. Nach dem Bau des Schwimmbades gab es ab 1932 eine Schwimmsparte. Wie heute wird der Breitensport gefördert Leistungssport ist Fehlanzeige. 1933 bringt wieder eine Wende, Wehrturnen und Geländesport treten in den Vordergrund. Der Verein hat noch 97 Mitglieder, Fußball 45, Handball 12, Leichtathletik 14, Schwimmen 8 und Turnen 18. Die Fußballer organisierten am 07.05.33 ein großes Fußballturnier, 15 Vereine nahmen daran teil. Am 03.11.1934 tritt der MTV aus der deutschen Turnerschaft aus und wird Mitglied im deutschen Fußballverband. Im November 1935 wird dieser Beschluß rückgängig gemacht, da der Turnerbund die Beiträge senkt. In diesem Jahr wird in Fallersleben das erste Kreisschwimmfest durchgeführt. Letztmalig wird 1938 ein Landessportfest in Breslau besucht. Der Vorstand beschließt 1939 die Turngeräte zu gunsten eines Tennisplatzes zu verkaufen, die erforderliche Zustimmung des Magistrats blieb aus. Für 1939, zum 50. Stiftungsfest, sollte eine imposante, große Sportwoche organisiert werden. Das Bezirksturnfest umrahmt von Fußball- und Handballturnieren für Herren- und Jugendmannschaften. Leichtathletische Wettkämpfe und ein abschließender Festakt im Hoffmannshaus, sollte das Ereignis würdigen. In der letzten Versammlung am 08.07.1939 wird der Ablauf für die Woche im August festgelegt, aber zur Ausführung kam es nicht mehr, genau so wenig wie der Verkauf der Turngeräte (Gott sei Dank). Der 2. Weltkrieg begann: Der Turnbetrieb wurde wiederum ausgesetzt, obwohl noch 10 Mitglieder eingetragen waren. Die Leichtathletik meldete noch 4 Frauen, nur der Fußball hatte noch zwei, nach 1943, noch eine Mannschaft mit 17 Spielern. Ab 1944 erlag der Sport im Verein total. Die Schulen DJ und HJ waren die letzten Sportler, die sich auf dem Sportgelände tummelten. Dann kam, im Mai 1945, mit dem Vereinsverbot, das Ende der Aera des MTV Fallerslebens, der zwar nie über seinen Schatten springen konnte, aber aus der Fallersleber Chronik nicht wegzudenken ist. Legte er doch den Grundstein jeglicher Sportart in Fallersleben. Seine Mitglieder verhalfen, trotz politischer Wirrnisse, finanzieller Nöte und menschlicher Schwächen, dem Verein, somit auch Fallersleben, zu Ansehen und Anerkennung, weit über die Grenzen unserer engeren Heimat hinaus.

4. Der VfB Verein für Bewegungsspiele

Das Amt Fallersleben hatte uns am 18. Oktober 1861 ein ephemeres (kurzlebiges) Dasein vorhergesagt, sicher wären die Herren Münchhausen und Brandis erstaunt, daß diese Prognose 135 Jahren standhielt. Manchmal schien es, als sollten sie doch ein wenig Recht behalten, aber immer fand sich ein Ausweg. Schon der Neustart 1945 war kaum vorstellbar. Ein dem Sport freundlich gesinnter Interimsbürgermeister begünstigte, trotz Verbots, das Treffen begeisteter Sportanhänger. So war es möglich 3 Monate nach dem Verbot, den Sportverein wieder zu beleben. Die uns auferlegte Bedingung, den ehemaligen Namen nicht zu benutzen, kam uns entgegen. Turnverein ist sehr speziell, zumal Turnen bei den Neugründern zu erst nicht sehr hoch im Kurs stand. Am 02.08.1945 wurde der Verein VfB Fallersleben Traditionsverein MTV wieder gegründet. Gründungssparten waren Fußball 56 Mitglieder, Leichtathletik 12 Mitglieder und Turnen 31 Mitglieder. Die Sportgeräte, Barkasse, Fahne und Statuten des MTVs, wurden übernommen. Anfangs stand das Gebilde VfB ziemlich einsam da. So folgte man der Tradition des MTVs und organisierte erst mal einen Weihnachtsball. Die erste Hauptversammlung fand am 06.01.1946 statt. Neben den Gründungssparten kamen Handball, Tischtennis und Boxen dazu, die Mitgliedszahl wuchs auf 200 Mitglieder. Viele Vereine der hiesigen Umgebung traten 1904, nach Streitigkeiten aus dem Turngau Braunschweig aus. Auch der MTV folgte, nach 15 jähriger Zugehörigkeit, diesem Beispiel. Vorsfelde, Rühen und Fallersleben schlossen sich 1905 zu einer Turnergruppe zusammen. Gruppenfeste mit Preis- und Wettkampfturnen wurden abwechselnd in den genannten Orten durchgeführt. Die Versammlungen beim MTV besuchten durchschnittlich 25 Mitglieder. An- und Abmeldungen wechselten wie heute. Um 1900 hatte der Verein 75 Mitglieder. Eine Frauenriege wurde zwischenzeitlich ins Leben gerufen. Zum 50. Bestehen des Turngaues Braunschweig startete dieser eine große Werbekampagne, um die abtrünnigen Vereine wieder linientreu zu machen. Die Turnergruppe Fallersleben, Rühen, Vorsfelde beschließt dem Turngau wieder beizutreten. Diesem Antrag wird am 05.05.1912 statt gegeben. Schon vorher, seit 1908, war der Turngau in Bezirke unterteilt worden. Der Bezirk Fallersleben, Vorsfelde wurde geschaffen, das 1. Bezirksturnfest findet am 03.08.1913 in Fallersleben statt. Bereits 1905 hatte man eine vereinsinterne Unfallversicherung eingeführt, jedes Mitglied zahlte 1,-RM/a ein, daraus bekam ein Geschädigter maximal für 10 Wochen täglich 1,- RM. Der 1. Weltkrieg begann Am 10.01.1915 traf man sich vorerst zur letzten Versammlung. Das vorhandene Geld der Unfallversicherung wurde an Familien gefallener Turner verteilt. Die Turnabende wurden ausgesetzt. Das 25. Stiftungsfest 1914 fiel aus. Die erste Zusammenkunft nach dem Krieg war die Hauptversammlung am 02.04.1919. Der amtierende Vorstand von 1915 wurde wieder gewählt. Der Verein hatte noch 90 Mitglieder, er hatte den Tod von 19 Turnbrüdern zu beklagen. Der Turnbetrieb wurde wie gewohnt wieder aufgenommen. Am 17.08.1919 richtet der MTV das 2. Bezirksturnfest aus. Gleichzeitig wird es als 30. Stiftungsfest proklamiert. Alle bekannten Vereine der Umgegend und aus dem Flecken folgten der Einladung. Überall gründeten sich Sport- und Spielgemeinschaften aber der MTV konnte seinen alten Zopf noch nicht abschneiden. Die Vormacht der Männerturnvereine in Fallersleben ,Gifhorn und Vorsfelde wurde durch diese Gründungen unterlaufen Am 02.04.1920 wurde ein Sportverein in der Schneiderstube von Willi Telge aus der Taufe gehoben. Damit hielt der Fußball Einzug in Fallersleben. Der SV betrieb außerdem Leichtathletik und alle ballspielenden Sparten, außer Tennis. Mit Hilfe der Fallersleber Bauern entstand der bekannte Sportplatz auf dem Windmühlenberg. Für diese Hilfe behielt sich der Reiterverein, in ihm waren die Bauern vertreten, eine Reitbahn vor. Im gleichen Zeitraum startete der MTV den Bau einer Turnhalle. Viel Eigenleistung, neben der Unterstützung des Fleckens und der Regierung, mußte aufgewendet werden, ehe man zur Einweihung am 11.03.1923 einladen konnte. Die Fallersleber Vereine und Schulen, sowie Turner und Sportler aus nah und fern beteiligten sich an dieser Einweihung. Im April 1921 weichte der MTV seine starre Turnerhaltung auf und gründete eine Spielabteilung. Im Gegensatz zu Gifhorn und Vorsfelde machten sich die beiden Vereine große Konkurrenz. Der MTV, gesellschaftlich und finanziell besser gestellt, behielt die Oberhand und bot eine Fusion an. Diese wurde am 18.05.1923 vollzogen. Der SV unterwarf sich den Satzungen des MTVs. Dieser Zusammenschluß verschaffte dem MTV einen schwungvollen Mitgliederanstieg und eine gut funktionierende Spiel- und Sportmannschaft. Der Verein hatte jetzt ca 350 Mitglieder, da der SV 150 Sportler einbrachte. Jetzt konnten auch Frauen und Kinder im MTV Sport ausüben, und langsam zerbröckelte die turnerische Traditionsvorherrschaft zu gunsten der Spielsparten und der Leichtathletik im MTV. Weiterhin besuchte man die deutschen Turnfeste; auch die Turngaufeste in Braunschweig, Hildesheim oder Göttingen waren beliebte Ziele. Weiterbildung im sportlichem Sektor war obligatorisch. Ein besonderes Erlebnis war 1925 die Teilnahme am Staffellauf von Kiel zum Hermannsdenkmal im Teutoburger Wald. Im gleichen Jahr wurde Handball im MTV aktuell. Es gab nun einen Turn- und Sportwart. Die ersten Begegnungen im Fußball gegen die englische Soldatenelf, Sülfeld, Weyhausen, den Volkssport und Kulturverein (heute VfL) Wolfsburg waren gelaufen. Am 10.04.1946 wurde die Vereinswiedergründung durch den Landrat genehmigt und somit aktenkundig. Die Turnhalle, im Krieg durch die Feuerwehr genutzt, wurde für Schulen und Vereine freigegeben, und die nicht verkauften Turngeräte konnten wieder aufgestellt und ihrer Bestimmung übergeben werden. Der Zulauf an Mitgliedern stieg kontinuierlich und hatte 1950 die Zahl 300 überschritten. Begünstigt wurde dieses durch die, wie schon beim MTV, geförderte Breitenarbeit. Am 01. 07. 1950 wurde die Spartenselbstverwaltung eingeführt. Man versprach sich eine größere Aktivität der Sparten. Die "Saat" ging anfangs auf, die Mitgliederzahl schnellte auf über 500. Getreu der Tradition fanden die Kreis- und Bezirksturn- und Spielfeste in Fallersleben statt. Ebenso besuchte man alle Turngau- und deutschen Turnfeste. Die Ballspielenden Sparten waren recht erfolgreich, Handball erreichte die Bezirksklasse, Tischtennis die Verbandsklasse und Fußball spielte in der höchsten Amateurklasse. Am 12.10.1956 wurde der VfB unter der Nummer 104 im Vereinsregister des Amtsgerichtes registiert. Die Jahre 1957 bis 1959 können als die schwarzen Jahre des VfBs bezeichnet werden. Der Mitgliederschwund erreichte die Zahl 340 und es gab noch 3 selbständige Sparten. Das war die Negativseite der Selbstverwaltung, da die Führungskräfte fehlten. Nur Fußball, Handball und Turnen waren noch aktiv. Gleichzeitig konnten die Hand- und Fußballer ihre Klassen nicht halten. Jetzt besannen sich die VfBer ihrer Stärke, der Breitenarbeit. Die Sparten Tischtennis und Leichtathletik wurden reorganisiert und die Gymnastik entwickelte sich als zweites Bein der Sparte Turnen. Die Mitglieder waren wieder auf über 600 angewachsen. Renovierung von Sportstätten und Neubauten von Turnhallen begünstigte diese Entwicklung. Das Jahr 1964 bringt weiteren Zulauf an Sportstätten. Die Turnhalle der Volksschule 2 und das Schwimmbad werden fertig gestellt und eingeweiht. Zwangsläufig erfolgt die Gründung einer Schwimmsparte. Nachdem Hand- und Fußball auf den Boden der Tatsache zurückkehrten, machten jetzt Leichtathleten und Turner Furore. Die Leichtathleten waren mit 5 Sportlern in Bestenliste des Landes Niedersachsen und die Turner erkämpften die Landesliga. Die Mitgliederzahl "1000" war längst überschritten. Am 14.09.1968 wird mit allen Schulen und Vereinen das neue Sportstadium eingeweiht. Fallersleben verfügt nun über eine herrliche Sportstätte, die schön anzusehen ist, aber selten genutzt werden darf, zumindest zu damaliger Zeit. Die Handballdamen starteten eine Erfolgsserie, die mit dem Aufstieg in die Oberliga gekrönt wird. Die Herren spielten in der Heideliga. Leider haben alle Erfolge nur ein ephemeres Dasein, wie schon das Amt Fallersleben l861 voraussagte. Vielleicht liegt es an der Tradition jedem eine Bewegungsmöglichkeit (daher Bewegungsspiele) zu bieten, ohne Spitzensportler werden zu wollen. Von den Kindern wird dieses Angebot angenommen und viele finden wohl deshalb zu uns. Im Herbst 1971 ist die Grundsteinlegung der ersten Großturnhalle, von der sich der VfB, inzwischen 1.600 Mitglieder stark, noch mehr Aktivitäten und Zuspruch verspricht. Die Einweihung der Halle am 14.09.1972 brachte den erwünschten Erfolg, die Mitglieder erreichten die "2000"der Grenze. Die Gymnastinen, inzwischen eigenständige Sparte, weist 622 Damen aus. Neu ist die Volleysparte. Bald folgt der Bau der zweiten Großturnhalle. Tanzen und Badminton werden aufgenommen, und die Gymnastinen der Sparte Turnen wieder eingegliedert. 2600 Mitglieder zählt der Verein. Organisatorisch wurden die Sparten wieder zusammengeführt, behielten aber eine gewisse Eigenständigkeit. (Sportförderungsgesetz) Die Sparten Yoga, Ski, Rad und letzlich Triathlon und Basketball festigten die "3000" Grenze der Mitglieder. Als Angebot ist Baseball im Gespräch. Mit derzeit 3133 Mitgliedern ist der VfB in 14 Sparten unterteilt, die wiederum eine große Anzahl von Untergruppen aufweisen. Dadurch kann der VfB ca 40 Sportarten anbieten. Jedes Mitglied kann in jeder Sparte seine persönlich bevorzugte Sportart betreiben. Es gibt keine Grenzen und keine Konkurrenz untereinander. Die Turner, in den dreißiger Jahren viel geschmäht, haben viel für den Aufbau und die Struktur getan. Galt es neue Sparten vorzubereiten, oder kränkelnde Sparten am Leben zu erhalten, waren sie es, die hier großen Gemeinschaftsgeist zeigten. Anderseits bewiesen die jeweiligen Vorstände durch ihre Aufgeschlossenheit den Mut, mit der Zeit zu gehen und große Umsicht, um ständig neue Sportarten zu fördern. Viele Frauen und Männer waren nötig, um unseren VfB zu Formen.